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Textilunverträglichkeit: Es muss nicht an der Wolle liegen

Viele Menschen, die Textilien nicht gut vertragen, versuchen zuallererst, die Wolle aus ihren Kleiderschränken zu verbannen. Dies ist jedoch nicht unbedingt die sinnvollste Art, dem ständigen Jucken den Garaus zu machen. Tatsächlich ist die Naturfaser nur in seltenen Fällen der wirkliche Auslöser von unangenehmen Hautreaktionen. Wir verraten Ihnen, was viel eher schuld an Hautirritationen ist und wie Sie Wolle tragen können, ohne leiden zu müssen.

 

Die häufigsten Auslöser von Kontaktallergien

Wolle kann Allergien auslösen, muss aber nicht. Selten sind Menschen auf Wollfasern im Allgemeinen allergisch. Vielmehr reagiert man auf die Behandlung selbiger. Schließlich wollen wir Menschen unsere Kleidung möglichst weich, pflegeleicht, langlebig und knitterfrei. Da die meisten unbehandelten Stoffe diese Eigenschaften leider nicht von Natur aus aufweisen, müssen sie chemisch behandelt werden.

Eingefärbt werden sie danach auch noch. Zurück bleiben Kleidungsstücke voller Chemie. Da ist es kein Wunder, dass der eine oder andere nicht allzu gut darauf reagiert.

Wir haben hier für Sie die häufigsten Auslöser der unangenehmen allergischen Reaktionen beim Kontakt mit Kleidung recherchiert:

  • Farbstoffe: Vor allem Dispersionsfarbmittel, mit denen die Kleidung eingefärbt wird, sind bekannt dafür, dass sie allergische Reaktionen hervorrufen können. Diese treten besonders häufig bei blauen und roten Azofarben und Anthrachinon-Farbmitteln auf.
  • Textilveredler: Zu diesen zählen unter anderem Bleichmittel, Weichmacher, antimikrobielle Substanzen, formaldehydhaltige Harze und optische Appreturen, mit denen besondere Oberflächenstrukturen geschaffen werden.
  • Freigesetzte Metalle und Gummimaterialien: Hier sind vor allem Chrom, Nickel, Kobalt und Gummi (aus Gummizügen und -bändern) für ihre allergieauslösende Wirkung bekannt.

Wichtig: Nicht immer handelt es sich beim Jucken um eine richtige Allergie. Auslöser dafür kann auch eine besonders empfindliche Haut sein. In diesem Fall profitieren Sie sogar von Wolle, aber nur von besonders feiner, wie sie beispielsweise bei hochwertigen Kaschmirpullovern zum Einsatz kommt.

Diese liegen besonders angenehm auf der Haut und kratzen nicht – ergo: keine Irritationen. Mehr über edle Wollsorten, die sich besonders angenehm tragen, erfahren Sie von EdlerZwirn.com – eine Internetseite, die sich mit den teuersten Wollsorten der Welt beschäftigt!

Das können Sie tun, sobald die Ursache geklärt ist

Sobald Sie beim Arzt waren und einen Allergietest durchführen haben lassen, wissen Sie genau, auf welche Stoffe Sie reagieren und welche für Ihre Haut ganz unproblematisch sind. Sollte es sich bei Ihnen tatsächlich um eine Wollallergie handeln, satteln Sie einfach auf Baumwolle oder synthetische Fasern um. Alpakawolle wäre aber zum Beispiel auch eine für Allergiker geeignete Alternative.

Wenn Ihre Haut vor allem auf mechanische Reizungen reagiert, entfernen Sie kratzige Etiketten und verzichten Sie auf Kleidung, die zum Beispiel mit Pailletten bestickt ist, da diese oft Reizungen hervorrufen. Besser sind weiche Stoffe mit möglichst wenigen Nähten und Strickungen.

Wie Sie sehen, sind reine Wollallergien äußerst selten und es gibt daher keinen Grund, sich gleich von allen wollenen Kleidungsstücken zu trennen. Warten Sie zunächst das Ergebnis des Allergietests beim Hautarzt ab und besprechen Sie mit ihm das weitere Vorgehen. Der Arzt Ihres Vertrauens wird Ihnen sicher einen guten Leitfaden erstellen, nach dem Sie sich in Zukunft richten können – dann können Sie sich auf eine Zukunft ohne Hautirritationen freuen!